Bundeskanzler Sebastian Kurz

Am 24. April 2018 war es wieder so weit. Der wohl bekannteste Absolvent der Erlgasse stattete seiner alten Schule einen Besuch ab. Niemand geringerer als Bundeskanzler Sebastian Kurz stieg pünktlich um 1230 vor der Schule aus einem schwarzen BMW. Nach einem rasanten Anstieg meines Pulsschlags und einem schnellen Händedruck („Hallo, ich bin der Sebastian“) besuchte er zwei zweite Klassen und plauderte entspannt mit Schülern und ehemaligen Lehrern.
Dann ging es in den Festsaal, wo bereits die sechsten, siebten und achten Klassen versammelt waren. Dort kam eine, im Laufe der Planungsphase „speed-dating“ genannte Interviewmethode zum Einsatz, bei der immer ein Schüler dem Bundeskanzler eine Frage stellen konnte und dieser die Gelegenheit bekam, darauf zu antworten. Doch standen pro Frage-Antwort-Paar nur 90 Sekunden zur Verfügung. Die nächsten 90 Sekunden wurden dann mit einem Gong von Professor Neubauer eingeleitet (auch wenn seine Strenge bei ehemaligen Schülern nachzulassen scheint). Hier bot sich Sebastian Kurz die Gelegenheit, einige Anekdoten aus Schul- und Berufsleben zu erzählen.
Für zahlreiche Lacher sorgte zum Beispiel seine Erzählung von einem Abendessen mit dem Außenminister Singapurs.
Bei diesem wurde als besondere Delikatesse ein Teller mit Meeresfrüchten und als Krönung ein lebender Fisch serviert. Er selbst sei sowieso kein großer Freund von Fisch und von Meeresfrüchten schon gar nicht, doch um nicht unhöflich zu wirken, habe er sich tapfer durch die Meeresfrüchte gekämpft, doch der lebende Fisch war einfach nicht mehr drin. Der Außenminister von Singapur sei aber verständnisvoll gewesen: Er hebe sich das Beste auch immer zum Schluss auf.
Zum Abschluss dieser Fragerunde bekam der Bundeskanzler von zwei Schülerinnen der achten Klassen eine Ehreneinladung zum diesjährigen Maturaball überreicht. Auch wenn er natürlich keine Zusicherung für sein Kommen geben konnte, versprach er, ihn sich in seinen Terminkalender einzutragen.
Anschließend hatten Michael Miladinovic und ich die Gelegenheit, mit ihm ein kurzes Gespräch über Klimawandel, Armut und soziale Ungleichheit zu führen. Beim Klimawandel hob Sebastian Kurz die österreichische Vorreiterrolle in diesem Bereich hervor und zeigte sich optimistisch, dass wir keine großen Abstriche bei unserem Lebensstil machen werden müssen. Für die globale Ungleichheit machte der Bundeskanzler vor allem den Mangel an Know-how in Entwicklungsländern verantwortlich. Dieser wiederum ließe sich nur durch einen verstärkten internationalen Handel verringern. Obwohl wir zum Teil unterschiedliche Ansichten haben, war es eine interessante und offene Diskussion.

Zum Abschuss machten sowohl Schüler als auch Lehrer die bei so hohem Besuch obligatorischen Selfies.
Warum als einziges Medium ausgerechnet ein nicht gerade für Qualität bekanntes Gratisblatt eingeladen wurde, bleibt ein Geheimnis.

Max Gschwandtner (6A)