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Jahresbericht von Olivia, 8B 2010/11 Folgendes Szenario kennt wohl jeder: Man wird ungewollt stiller (oder auch nicht) Beobachter eines Streits zwischen Freunden, Geschwistern oder Eltern. Man will helfen, aber weiß nicht wie oder ob man dadurch alles nur noch schlimmer macht. Hier kommt die Peer-Mediation ins Spiel! Peer-Mediation ist eine Einrichtung von Schülern für Schüler. Ziel ist, einen Streit zu lösen; unterstützt aus völlig neutraler Sicht und Schweigen zur Außenwelt. Bestes Ergebnis wäre ein Vertrag, der die Lösung des Streits definiert, den beide Parteien unterzeichnen. Als Mediatorin habe ich in der 5.Klasse mein Ausbildungsjahr absolviert und mich danach noch drei weitere Jahre als aktive Peer betätigt. Seit meinem Ausbildungsjahr weiß ich nun, wie ich mich in solchen Situationen verhalten soll: am besten zuerst beobachten, neutral bleiben und beide Streitparteien beachten. Größter Fehler: sich auf eine Seite schlagen. Aber nicht nur für private Situationen hat mir Peer-Mediation geholfen. Vorrangig gilt es natürlich für die Schule: ein Peer-Mediator kommt zum Einsatz, wenn von Schülern oder Lehrern Streit-Alarm gemeldet wird, der ohne Hilfe von außen nicht mehr zu lösen ist. Im Laufe der drei aktiven Jahre haben wir, die Peer-Gruppe, uns immer abends in der Schule getroffen. Zuerst ein kleines Trätschen und dann an die Arbeit. Es wird besprochen was anliegt, ob privat oder schulisch, und in Folge werden verschiedene Fragen gestellt bis die Gruppe (hoffentlich) zu einer Lösung kommt. In zahlreichen Übungen haben wir weitergelernt. Das Schwierige in einem Streitfall ist nur, dass man als Außenstehende nicht immer alles erfährt, deshalb ist das NACHFRAGEN nach Tatsachen oder Gefühlen immer sehr wichtig! Als Peermediatorin lernt man einen Streit nicht nur aus seiner eigenen Sicht, sondern auch aus der des anderen zu sehen. Damit kann man entweder einem Streit vermeiden, indem man das Problem schon vorher erkennt und eine Lösung bereits anbieten kann, oder man verhält sich in einer Konflikt-Situation professioneller und lösungsorientierter àschnellere Lösung. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass man sich im Laufe der Zeit als Profi alleine fühlt, oft auch nicht verstanden. Genau dann, wenn der Streitpartner/ die StreitpartnerInnen sich mit Gefühlen oder Streit nicht „auskennen“ oder sich einfach nicht so viel damit beschäftigt hat. Das kann man natürlich keinem übel nehmen, immerhin habe ich mich ja selber dafür entschieden eine Mediatorin zu werden/sein und dafür viel Zeit zu investieren. Das Wissen als Mediatorin lässt mich meine Umwelt und Mitmenschen anders sehen. Ich bemerke, wo man vielleicht etwas verbessern könnte oder wo und wie ich einen Streit vermeiden kann. Es ist größtenteils ein Segen, aber manchmal ein Fluch. Dennoch ist es keine Zeitverschwendung, ganz im Gegenteil, wer Mediator/in ist kann sagen, dass man gelernt hat das Verhalten der Menschen mit anderen Augen zu sehen. Olivia Neuer, 8B
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