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Die schmutzigen Hände

Am 03.12.2025 besuchten wir das Theater in der Josefstadt, um das Stück „Die schmutzigen Hände“ zu sehen. Obwohl es 1948 uraufgeführt wurde, besitzt es bis heute eine bemerkenswerte Aktualität und Relevanz.
Das Stück thematisiert, ob man sich für das „höhere Ziel“ der Revolution die Hände schmutzig machen darf und ob die Realität immer „unrein“ ist.
„Die schmutzigen Hände“ von Jean-Paul Sartre ist ein politisches Drama angesiedelt in einem fiktiven Land namens Illyrien während des Zweiten Weltkrieges. Der junge Intellektuelle Hugo erhält den Auftrag, den kommunistischen Parteiführer Hoederer zu ermorden, weil dieser mit politischen Gegnern verhandelt, um Macht zu sichern. Doch je näher Hugo ihm kommt, desto sympathischer wird ihm Hoederer und seine pragmatische, realistische Politik, und desto mehr schwankt er in seinem Idealismus. Am Ende begeht Hugo den Mord aus Eifersucht statt aus politischer Überzeugung. Dadurch verliert er für seine Parteigenossen jede Glaubwürdigkeit und wird schließlich von einer Kameradin hingerichtet, da er die Idee der „reinen Revolution“ nicht mehr verkörpert.
Diese Aufführung war eine der besten – wenn nicht die beste –, die wir bisher gesehen haben.
Von den beeindruckenden Schauspielern, die einen emotional mitgerissen haben, bis hin zur Pyrotechnik, die die Explosion im Stück so realistisch wirken ließ, dass die Bühne am Ende tatsächlich wie in Schutt und Asche lag, alles an dieser Inszenierung war hervorragend. Die Bühne selbst war eine Drehbühne, ein bühnentechnisches Mittel, das inzwischen so häufig eingesetzt wird, dass man davon eigentlich schon übersättigt ist. Doch in dieser Inszenierung wurde sie so kreativ und klug genutzt, dass jede Müdigkeit darüber verflog und man die kreative Entscheidung nicht nur akzeptierte, sondern geradezu bewunderte.

Sara Kadriji, 8B

 

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