IKKA (Internationale Kinderkunstausstellung) 2026, Thema: Buch

Seit nunmehr zehn Jahren sende ich als Lehrerin für Kunstgeschichte in Wien die künstlerischen Arbeiten meiner Schülerinnen und Schüler zur Internationalen Kinderkunstausstellung nach Lidice in der Tschechischen Republik ein. An diesem Wettbewerb nehmen regelmäßig rund 70 Länder mit mehr als 20.000 Arbeiten teil.

Eine Auswahl der Zeichnungen präsentiere ich auch auf meinem Instagram-Account andrejsmilena, wo ihr euch ebenfalls Beiträge aus dem vergangenen Jahr von Kindern des RG Komenský Wien im 3. Bezirk (Thema: Tanz) ansehen könnt.

Das diesjährige Thema des internationalen Wettbewerbs lautet: Buch.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei all meinen Schülerinnen und Schülern für ihr kreatives Talent, ihre positive Einstellung bei der Arbeit und ihre Ausdauer beim Fertigstellen der Werke herzlich bedanken.

Die Bedeutung des Dorfes Lidice (das im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten zerstört wurde) ist heute umso wichtiger, da es uns nicht nur an die verheerenden Folgen des Krieges erinnert, sondern auch an die Werte von Menschlichkeit und Moral, die gerade heute im Kampf gegen Unterdrückung, Unfreiheit und Aggression immer wieder ins Bewusstsein gerufen und erneuert werden müssen.

Lidice (deutsch: Liditz) ist eine Gemeinde im Bezirk Kladno in der Mittelböhmischen Region, etwa 20 km nordwestlich von Prag.

Die Zerstörung von Lidice (9. und 10. Juni 1942) war ein gewaltsames historisches Ereignis, bei dem das mittelböhmische Dorf Lidice zerstört und ein großer Teil seiner Bewohner von deutschen nationalsozialistischen Besatzern ermordet wurde. Nach dem erfolgreichen Attentat tschechoslowakischer Fallschirmjäger auf Reinhard Heydrich im Jahr 1942 wurde das Dorf im Zuge der sogenannten Heydrichiade niedergebrannt und vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Die gesamte Bevölkerung wurde entweder hingerichtet oder in Konzentrationslager deportiert. Die Gesamtzahl der Opfer betrug 340 (192 Männer, 60 Frauen und 88 Kinder).

Nach dem Krieg wurde am Ort des ursprünglichen Dorfes eine Gedenkstätte mit Museum zur Erinnerung an diese Tragödie errichtet, und das Dorf wurde einige hundert Meter entfernt neu aufgebaut. Heute leben dort 554 Einwohner.

Ähnliche Ereignisse in der Welt

Das Schicksal von Lidice war kein Einzelfall; während des Zweiten Weltkriegs kam es in ganz Europa zu Massakern an Zivilisten. Zu nennen sind unter anderem Kortelisy und Český Malín (Ukraine), Chatyň (Belarus), Częstochowa (Polen), Oradour-sur-Glane (Frankreich), Marzabotto (Italien), Distomo und Kondomari (Griechenland), Ostrý Grúň und Kľak (Slowakei) sowie die tschechischen Orte Ležáky und die mährischen Dörfer Javoříčko, Ploština und Prlov.

Im heutigen Belarus, wo während des Krieges mehr als zwei Millionen Menschen ermordet wurden, wurden über fünftausend Dörfer und Siedlungen zerstört. Ein Symbol dafür ist Chatyň, wo 149 Menschen, darunter 75 Kinder, bei lebendigem Leib verbrannt wurden. In der Ukraine wurden 459 Siedlungen zerstört; besonders bekannt ist in Tschechien Český Malín, wo im Jahr 1943 mehr als 300 tschechische Siedler ermordet wurden.

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